Freiwillige Feuerwehr Stadt Hildesheim Ortswehr Achtum-Uppen
Geschichte des Ortes Achtum
Achtum, etwa 2 1/2 km vom östlichen Stadtrand Hildesheims entfent liegend,
wird 1173 als "Achtem" zuerst erwähnt, 1224 schrieb man "Ahtem", 1263 "Agtem",
dann blieb im Mittelalter die Schreibweise "Achtem" vorherrschend. Das Grundwort
der Ortsnamens ist "heim", das aber zu "hem" und schließlich zu "um"
abgeschliffen wurde.
Achtum gehört, wie das Grundwort "heim" bekundet, zu der zweiten großen
Siedlungsperiode unserer Heimat, die mehrere Jahrhunderte vor der Einführung
des Christentums begann. Der Name Achtum wird als "herrschaftlicher Grundbesitz"
gedeutet, entsprechend dem Flurnamen "Achte".
Die älteste Nachricht über Achtum besagt, daß Bischof Adelog 1173 dem Godehardikloster
in Hildesheim den Zehnten des Dorfes übertrug.
(Nach alttestamentarischer Gesetzesvorschrift gehörte der Zehnte den Priestern
(3. Mose 27,30). Karl der Große bestimmte bei der Einführung des Christentums,
daß der Zehnte dem Bischof gehöre. Die Bischöfe gaben ihn an Klöster, Grafen,
auch an Stifte zu Lehn).
Die Bauern mußten alljährlich den zehnten Teil der Ernte dem Kloster abliefern.
Diese Ablieferungspflicht hat bis zur Aufhebung des Klosters (1803) bestanden.
Nach 1815 kam dann der Zehnte an die hannoversche Klosterkammer als Verwalterin
des hannoverschen Klosterfonds, 1840 erfolgte die Ablösung, für 609 Morgen
zehntpflichtigen Land betrog die Ablösungssumme 13.335 Taler.
(Das Ablösungsgesetz, datiert vom 10. November 1831, die Ablösungsordnung
vom 23. Juli 1833. Als Ablösungssumme wurde der fünfundzwanzigfache
Betrag erhoben. Bei Getreidelieferungen legte man den dreißigjährigen
Durchschnittspreis zugrunde. Das Ablösungskapital konnte bei der am 8. September 1840
gegründeten Hannoverschen-Landes-Creditanstalt angeliefert werden).
Der in Achtum den Mönchen von St. Godehard gehörende Klosterhof stand am Ausgang
des 18. Jahrhunderts in eigener Bewirtschaftung des Klosters. Bis 1195 war Achtum
in der St.-Andreas-Kirche Hildesheim eingepfarrt. Als man ein Gotteshaus erbaut
hatte, erfolgte die Trennung von der Mutterkirche. Damals wurde bestimmt, dass
die Einwohner Achtums dem Pfarrer der Andreaskirche jährlich 12 Schillinge zahlen sollten.
Von den kirchlichen Stiftungen Hildesheims war außer dem Godehardikloster das
Kreuzstift in Achtum begütert. Als es dort zu Anfang des 13. Jahrhunderts die
ersten Ländereien erwarb, wird ein Bernhard als Bauermeister von Achtum erwähnt,
das Dorf hatte damals schon eine Art von Selbstverwaltung. Auch das Domkapitel
besaß in Achtum Höfe und Land, damit war im 14. Jahrhundert die Hildesheimer Familie
Friese belehnt, die das Lehn bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts nutzte. Dem Domkapitel
gehörte auch die Patrimonialgerichtsbarkeit über Achtum. Vom Domkapitel wurde ein
Domherr als sogenannter "Regent" für Achtum ernannt, der dann einen Vogt anstellte,
der das grundherrliche Gericht verwaltete; er hat bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts
bestanden. Am 1. Mai 1815 kam Achtum dann zum Amt Steuerwald, am 1. April 1885 zum
Kreis Marienburg.
Von der St. Martin geweihten Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde 1899 das
Schiff abgebrochen und am 13. Mai 1900 der Grundstein zum Neubau gelegt.
Den alten Turm aus der romanischen Zeit hat man um ein Geschoß erhöht.
1903 fand die Weihe des Gotteshauses statt.
Mit Achtum ist seit alter Zeit Uppen verbunden, eine kleine Siedlung,
die südöstlich am Abhang des Galgenberg-Knebelzuges neben einem Quellteich liegt.
Sie wird 1181 Upphem genannt, gehört demnach mit zur Gruppe der "heim"-Siedlungen.
Auch hier erwarb das Godehardikloster den Zehnten. Als er 1840 abgelöst wurde,
betrug die Ablösungssumme für 580 Morgen 10.272 Taler.
An Uppen führt die Bundesstrasse 6 von Hildesheim nach Goslar vorbei, die
einst der nördlich des Bergzuges verlaufende Handelsweg zur Reichsstadt
Goslar war. Als 1429 Bischof Magnus dem Hildesheimer Rat die Anlage einer
Landwehr gestattete, die bei Itzum beginnen und über den Knebel nach Uppen
führen sollte, wurde hier der Durchlaß für die Handelsstraße eingerichtet und befestigt.
Dieser Durchlaß, der "Uppener Paß" genannt, hatte einen Wachturm für den "Wartmann",
der außer der Ausschau nach Feinden den Schlagbaum zu bedienen hatte. In der Fehde
des Bischofes Barthold mit der Stadt Hildesheim wurde der Uppener Paß am 15. April 1485
durch die Bischöflichen zerstört. Nach dem Wiederaufbau war der Paß von der Mitte
des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Schauplatz einer Szene des festlichen
Maigrafenzuges. Wenn am Pfingstsonnabend der Maigraf, ein zu diesem Amt erkorener
reicher Hildesheimer Bürger, mit seinem Gefolge an der Ilse, einem Waldstück,
das in der Ebene von Uppen bis Bettmar reichte, von den Holzberechtigten,
den sogenannten "Holzerben", der benachbarten Dörfer die Maibüsche in Empfang
genommen hatte, ging der Zug zum Uppener Paß. Hier hatte der Maigraf als Entgelt
für die empfangenen Birkenzweige die Holzerben festlich zu bewirten.
Anfang des 19. Jahrhunderts (1819) verkaufte der Hildesheimer Rat den Paß an
einen Privatmann, die Gaststätte wurde ein beliebtes Ausflugsziel der Hildesheimer.
Am 8. Dezember 1882 vernichtete ein Brand das Gebäude. Am Neubau erinnert ein
Stein mit dem Hildesheimer Stadtwappen und der Jahreszahl 1602 an den ehemaligen
städtischen Besitz.
Das Gemeindewappen von Achtum-Uppen ist gespalten. Auf der einen Hälfte zeigt
es ein Bild des alten Wehrturms der Kirche, auf der anderen die Hausmarke
des Heinrich von Uppen nach seinem Siegel von 1374 an einer Urkunde des
Godehardiklosters. Heinrich von Uppen gehörte zu einem Patriziergeschlecht,
das mehrere Hildesheimer Ratsherren gestellt hat.
Der Ilseforst ist im 19. Jahrhundert, zuletzt 1895, ausgerodet worden.
Man hat hier 23 Hügelgräber, 1/2 bis 2 m hoch, eingeebnet. Sie gehörten
der Bronzezeit an, und zwar der Periode 1600 bis 1400 v. Chr. und enthielten
Körperbestattungen. Als Grabbeigaben wurden Ringe, Armbänder, Radnadeln und
anderer Schmuck aus Bronze geborgen, er wird im Roemer-Museum in Hildesheim aufbewahrt.